60-10-V-03 Isabel Schön

Geschlecht: weiblich

Geburtsdatum: 24.12.1992

Themen:

Liebe Mitglieder, Aktive, Interessierte, liebe alle,

seit Beginn meines Studiums bin ich in der Hochschulpolitik aktiv. Angefangen in der Fachschaft Soziologie, war ich später Vorständin des StuRa Freiburg, habe die Studierenden im Senat vertreten und die Außenvertretung der Studierendenvertretung gemacht, wodurch ich auch zum fzs gelangt bin. Ich sehe mein hochschulpolitisches Engagement als Vertretung in meiner Rolle als Studentin in meinem direkten Umfeld und einem System, in dem sich ein relevanter Teil meines aktuellen Lebens abspielt. In diesem Rahmen sind mir verschiedene Themen wichtig geworden:

Im Hochschulpolitikalltag bin ich immer wieder auf Problematiken der Finanzierung gestoßen, sei es, was die schlechte Bezahlung von studentischen Hilfskräften oder die prekären Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Mittelbaus angeht, oder was die Abwägungen zwischen Erhalt bzw. Ausbau von z.B. Beratungseinrichtungen und Angeboten für Studium und Lehre vs. Investition in exzellenzversprechende Forschungsprojekte betrifft. Die Rede ist immer wieder von der Ökonomisierung der Hochschule. Dies bewog mich dazu, mich im Ausschuss Hochschulfinanzierung und -struktur zu beteiligen, um ein Informationsangebot darüber auszuarbeiten, was dies überhaupt heißt, wie die Finanzierung und Steuerung von Hochschulen gestaltet ist und was das für Probleme nach sich zieht. Dies möchte ich auch weiterhin, gemeinsam mit dem neuen Ausschuss Hochschulfinanzierung bearbeiten, um es studentischen, hochschulpolitisch Aktiven auf Hochschul-, Bundes- und Landesebene zu erleichtern, das komplexe Durcheinander der Prinzipien der Mittelvergabe zu verstehen. Daraus sollen auch zusätzliche Angebote, wie z.B. Seminare, zur Einführung und Einordnung dieser Mechanismen vorangetrieben werden.

Auf Landesebene möchte ich Landesstudierendenvertretungen z.B. in Prozessen von Änderungen von Landeshochschulgesetzen dabei unterstützen, Tendenzen der Ökonomisierung und problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu problematisieren und dagegen anzugehen.

Konkret werden Fragen der Hochschulfinanzierung im kommenden Jahr auch auf Bundesebene mit dem Hochschulpakt, der noch bis 2020 läuft und für den nun ansteht, sich ein Nachfolgemodell zu überlegen. Mit dem Ende des Hochschulpaktes 2020 stellt sich die Frage, wie ein großer Teil der Mittel, die den Hochschulen zur Verfügung stehen, ersetzt werden. Den Hochschulen müssen dauerhaft Mittel zur Verfügung gestellt werden, und zwar über die Grundfinanzierung und nicht gebunden an Kriterien, die am Ende dazu führen, dass Hochschule und Studierende unter Druck gesetzt werden, möglichst schnell, ein sogenanntes ‚erfolgreiches‘ Studium im Sinne von Bestehen aller Prüfungen abliefern zu müssen, denn das entspricht nicht meiner Vorstellung von Bildung an einer Hochschule (und auch sonst nirgendwo).

Auch darüber hinaus gilt es, mehr Geld für Hochschulen und Studierende zu fordern. Auch andere Akteur*innen bemängeln z.B. die maroden Zustände, überfüllte Seminare, schlechte Betreuungsrelationen. Es braucht mehr Lehrkräfte, und zwar nicht prekär auf der Basis von Lehraufträgen beschäftigte, sondern in unbefristeten Stellen! Es gilt, gemeinsam mit anderen Initiativen und hochschulpolitisch aktiven Gruppierungen, diese Forderungen in parlamentarischen Gremien und besonders auch öffentlich stark zu machen. Deshalb möchte ich auch insbesondere das Bündnis lernfabriken …meutern!, in dem ich bisher hauptsächlich auf lokaler Ebene aktiv war, weiterhin unterstützen. Der fzs sollte für die Kampagne im Herbst für bessere Lern- und Lebensbedingungen die Mittel und Strukturen bereitstellen und Studierendenvertretungen dazu aufrufen, sich zu beteiligen.

Ein hochaktuelles Problem sind außerdem Studiengebühren: Ich habe die Einführung der Studiengebühren für internationale Studierende und das Zweitstudium 2017 in Baden-Württemberg erlebt und bei den Protesten dagegen mitorganisiert. Eingeführt wurden sie trotz massiver Kritik, das Resultat sind 20% weniger internationale Studierende an den Hochschulen. Diese Gebühren müssen wieder abgeschafft werden und dürfen auch nirgendwo sonst eingeführt werden! Sie sind ein sozial selektives Instrument: diskriminierend und treffen natürlich wie jegliche Bildungsgebühren diejenigen am meisten, die eh schon Schwierigkeiten mit Hochschulzugang und Studienfinanzierung haben. Deshalb werde ich den Kampf vom Landesastentreffen und dem Aktionsbündnis gegen Studiengebühren gegen die möglicherweise anstehenden Studiengebühren gemeinsam in Nordrhein-Westfalen besonders unterstützen. Zugangshürden und Selektionsmechanismen im Bildungssystem müssen abgeschafft werden!

Darüber hinaus begleitet mich seit Beginn meiner hochschulpolitischen Aktivitäten die Frage nach Geschlechterungleichheiten und Feminismus. Dabei sollte Feminismus (wie auch jeder andere Kampf gegen die verschiedensten Formen von Diskriminierung) nicht bloß Lippenbekenntnis sein, sondern Programm im politischen Handeln. Dazu habe ich in den letzten zwei Semestern bei mir in der Studierendenvertretung mit dem Gender-Referat mit Hilfe von Diskussionen und Workshops die Debatte zur Notwendigkeit von feministischen Maßnahmen auch in den eigenen Strukturen vorangetrieben. Auch der Ausschuss Frauen- und Genderpolitik widmete sich in letzter Zeit genau diesen Themen und ich werde den Ausschuss dabei unterstützen, diese Arbeit fortzuführen und auszubauen.

Weiterhin ist mir die Demokratisierung von Hochschulstrukturen ein wichtiges Anliegen. In den aktuellen Strukturen sind Studierende mehr schein- als tatsächlich beteiligt. Oft genug habe ich erlebt, wie Gespräche mit Rektoraten oder irgendwelche Beteiligungsworkshops folgenlos blieben oder Evaluation mit Mitsprache auf Augenhöhe verwechselt wird.

Mein Ziel ist es, Studierendenschaften breiter darüber zu informieren, welche Möglichkeiten sie auch vor dem Hintergrund aktueller Gesetzeslagen und Hochschulordnungen haben, sich zu vertreten und außerdem mit ihnen auszuloten, wie man diese Möglichkeiten ausbauen kann. Das heißt auch, dass ich sie dabei unterstützen werde, in Landeshochschulgesetzdebatten und bei sich an der Universität für mehr echte (das heißt gleichberechtigte) und verankerte Mitbestimmung einzutreten. Darüber hinaus möchte ich die Infragestellung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Professor*innenmehrheit in universitären Gremien auf die Agenda setzen und vorantreiben.

Ich komme aus einer basisdemokratisch organisierten Studierendenvertretung und habe Erfahrung damit, wie Entscheidungen und das politische Programm intensiv an die Student*innen rückgebunden werden können. Die politische Wirksamkeit des fzs kann meiner Meinung nach auch dadurch erhöht werden, dass die Anliegen der Student*innen einerseits hier gebündelt werden, und andererseits in das politische Handeln des fzs aktiv mit eingebunden werden. Die Wohnungsnot-Kampagne ist ein solcher Ansatz in die richtige Richtung, ich werde mich für politische (Kampagnen)Arbeit dieser Art einsetzen.

Auch allen anderen Themen, die den Studierendenvertretungen wichtig sind, und zu denen auf Mitgliederversammlungen Positionen beschlossen werden, werde ich mich als Vorständin widmen. Denn nicht zuletzt kandidiere ich, zusammen mit Kevin, Marcus und Ronja, weil ich es für enorm wichtig halte, sich zu vernetzen und zusammenzuschließen, gemeinsame Probleme auch gemeinsam anzugehen. Wer sich organisiert, hat die Chance, etwas zu verändern, lasst uns gemeinsam als Studis die Hochschullandschaft verändern!

Für Rückfragen und Anregungen könnt ihr mich gerne kontaktieren!

Biographie

Unter Biographie findet ihr jeweils kurze Informationen, die ausführlicheren Lebensläufe gibt es hier: https://www.dropbox.com/sh/1dj8tyhlhqkofue/AABNsUdzJgKWW5jLjwaQx7bga?dl=0
  • Soziologiestudium mit Begeisterung seit WiSe 13/14 in Freiburg
  • gleich in die Fachschaftsarbeit gestürzt, Einstieg ins Gender-Referat
  • Vertretung der Fachschaft
  • WiSe 15/16 + SoSe16: Vertreterin im Senat und Vorständin der Studivertretung – so bin ich auch auf einer ersten fzs-MV und einer ersten AS-Sitzung gelandet
  • Protest gegen Studiengebühren mit dem AK freie Bildung, eingereiht in lernfabriken ….meutern! Proteste
  • Interesse für Hochschulfinanzierung entdeckt: Mitglied im Ausschuss Hofi/HoSt seit der 58. MV

PDF

Download (pdf)