61-7-I-05 Schluss mit Lernen am Limit: Her mit Wohnraum, BAföG für alle undGeld für Bildung!

AntragstellerInnen:

Vorstand

Jedes Jahr der gleiche Schreck: Student*innen sitzen auf dem Boden des Hörsaals, finden keine Wohnung und von welchem Geld sollen sie eigentlich leben? Die prekären Rahmenbedingungen sind bekannt, sie werden sogar Jahr um Jahr prekärer. 
Zu Beginn jeden Semesters sind tausende Student*innen ohne Wohnung. Nicht nur bezahlbarer Wohnraum ist in den Hochschulstädten knapp, vielerorts können Student*innen froh sein, überhaupt etwas zu finden. So beginnt das Studium also in der Notunterkunft oder bei Bekannten oder Fremden auf dem Sofa. Der Studienstart: Aufbruch in eine spannende neue Phase – oder Aufbruch ins Ungewisse, in eine Phase chronischer Geldsorgen und existenzieller Ängste. Schluss mit Wohnungsnot, Geldmangel und Zukunftsangst – Schluss mit Lernen am Limit!
Was für ein Glück, dass es das Studium gibt! Die Hochschule, ein Ort an dem die alltäglichen, materiellen Sorgen durch die Freude über geistige Höhenflüge vergesssen werden, spannende Lehre und interessegeleitetes Lernen für Ablenkung sorgen. Doch auf den Traum von einem Zufluchtsort folgt das jähe Erwachen: Wettbewerb um Seminarplätze, Sitzplatzgarantie auf der Hörsaaltreppe mit Panoramablick auf den abbröckelnden Putz, auch die Bibliotheken platzen aus allen Nähten. Und nicht nur Student*innen lernen am Limit, auch die Dozent*innen lehren am Limit. Die prekären Arbeitsbedingungen, die schlechten Betreuungsverhältnisse, die maroden Räumlichkeiten – das alles muss ein Ende haben. Schluss mit Unterfinanzierung von Bildung, Befristung von Dozent*innen und Leistungsdruck – Schluss mit Lernen am Limit!
Ein bedarfsdeckendes, angehörigenunabhängiges BAföG böte  vielen Student*innen die Möglichkeit ihr Studium sorgenfrei zu absolvieren, einigen überhaupt erst über ein Studium nachzudenken. Doch der aktuelle BAföG-Entwurf kann das nicht leisten. Die geplanten Erhöhungen kommen zu spät, fallen zu gering aus und erreichen zu wenige.  Besonders zu Beginn des Studiums, wenn Umzugskosten, Lehrmaterialien und Kaution fällig werden, zeigt sich die Fehlkonstruktion des BAföG. Für ein gutes, selbstbestimmtes Leben und Lernen reicht das Geld immer noch nicht. Immer noch kommen die meisten nicht ohne Nebenjob durch ihr Studium. Immer noch müssen wir uns die Semesterbeiträge und nötige Anschaffungen vom Mund absparen. Immer noch reicht das Geld nicht, um die stetig steigenden Mieten zu bezahlen. 
Wir sagen Schluss mit Lernen am Limit: Diese Bedingungen wollen wir nicht weiter hinnehmen! Student*innen, die keine feste Wohnung haben oder viel zu viel dafür zahlen, Student*innen, die dank 1-2 Nebenjobs kaum Zeit zum Lernen oder für politisches und kulturelles Engagement haben, Student*innen, die in Riesenveranstaltungen untergehen oder ihre Kurse nicht aus Interesse sondern mangels Alternative belegen – all das muss der Vergangenheit angehören! Wir wollen und werden prekäre Studienbedingungen bekämpfen und fordern: 
  • Eine echte BAföG-Reform: Alter, Studiendauer, Herkunft und familiärer Hintergrund dürfen keine Rolle mehr spielen, wir fordern BAföG als Vollzuschuss für alle, die studieren wollen
  • Mehr sozialen Wohnungsbau, eine funktionierende Mietpreisbremse, bedarfsdeckenden Ausbau und Sanierung von Wohnheimplätzen, die Unterstützung von alternativen Wohnkonzepten und die Nutzung von Leerstand!
  • Ein Studium ohne Bildungs- und Studiengebühren
  • Gute Finanzierung von Forschung und Lehre und ausreichend Studienplätze für alle statt Elitenförderung für wenige!
  • Eine bedarfsgerechte Finanzierung der Hochschulen über die Grundfinanzierung
  • Flächendeckend bessere, unbefristete Beschäftigungsverhältnisse an allen Hochschulen
  • Bessere Lehrbedingungen und verbesserte Betreuungsrelationen!
Wir fordern: Schluss mit Lernen am Limit: Her mit Wohnraum, BAföG für alle und Geld für Bildung!
Begründung:

Zu Beginn des letzten Wintersemesters haben wir erstmals die Kampagne "Lernen am Limit" durchgeführt. In vielen Städten haben Aktionen wie Protestcamps, Vorträge, Wohnraumbörsen und Vollversammlungen stattgefunden. Mehr Infos dazu auch unter: lernenamlimit.de

Doch unsere Forderungen sind nicht erfüllt, die Probleme sind nicht gelöst. Wir müssen und werden uns diesen Problemen weiter widmen. Wir thematisieren die Probleme der Unterfinanzierung, der Wohnungsnot und der mangelhaften Studienfinanzierung. Dies sind nämlich Probleme, die sich durch das ganze Studium ziehen, die aber zu Semesterbeginn, wenn viele Erstsemester ihr Studium beginnen, besonders spürbar werden. 

    Die Kampagne hat dabei zum Ziel, Student*innen, die diese Probleme haben zu politisieren. Möglicherweise fangen sie an, sich in den Strukturen der Studierendenvertretungen oder anderen Strukturen zu engagieren, wenn sie den systematischen Charakter ihrer Probleme können und Protesterfahrungen machen. 

    Zudem soll den Problemen eine Öffentlichkeit verschafft werden. Auf lange Sicht erhoffen wir uns einerseits, dass erkannt wird, dass mehr Geld ins Bildungssystem investiert werden muss. Aber nicht nur mehr Geld, sondern auch eine Umstrukturierung der Studienrahmenbedingungen muss passieren.

     Dieses Jahr wollen wir frühzeitig mit der Planung beginnen, damit die Aktionen in noch mehr Städten und noch größer stattfinden können. Deshalb haben wir auch einen Workshopslot vorgesehen, in dem die Kampagne detaillierter geplant werden kann und um festzustellen, wobei möglichst viele Studischaften sich eine Teilnahme an der Kampagne feststellen können. 

Ziel dieses Antrags ist es auch, dass die Mitgliedsstudischaften des fzs an der Kampagne teilnehmen und möglicherweise noch mehr Studischaften davon überzeugen, im Rahmen der Kampagne Aktionen zu Semesterbeginn durchzuführen.

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