61-8-St-03 Rassistische Strukturen im Verband erkennen und bekämpfen!

AntragstellerInnen:

60. Ausschuss der Student*innenschaften

Wir fordern den 61. AS auf sich weiterhin mit dem Thema Anti-Rassismus zu beschäftigen, rassistische Systeme zu erkennen, zu  begreifen, als strukturelles Problem unserer Gesellschaft zu erklären und verantwortungsvoll zu bekämpfen. Die Auseinandersetzung damit muss als Querschnittsthema im Verband verankert werden und mit Kooperationen, Zusammenarbeiten und dem Knüpfen neuer Netzwerke die hochschulpolitischen Themen derer besetzt werden, die durch Rassismus diskriminiert werden. Ideelles Ziel des Ausschusses ist es, gleiche Chancen und Rechte, etwa auf Bildung, politische Teilhabe und Repräsentation zu erkämpfen. Dies gilt auch im eigenen Verband. Dabei dürfen jedoch antirassistische Kämpfe außerhalb der Hochschulen ebenso wenig übersehen werden.

Der AS sucht z.B. nach Möglichkeiten, Strukturen zu schaffen, die Diskriminierung entgegenwirken, und rassismuskritische Inhalte in der Verbandsarbeit zu verankern.

Hierzu soll der 61. AS die Einrichtung eines entsprechenden Ausschusses auf der 62. MV beantragen. Erste Ziele und Arbeitsaufträge für diesen sollen formuliert werden. Der Ausschuss hat die Aufgabe, rassistische Strukturen und Herrschaftssysteme sichtbar zu machen und sie mit Bezugnahme auf gesellschaftliche Verhältnisse zu erklären, um so eine antirassistische Praxis zu ermöglichen und zu initiieren. Dies kann beispielsweise in Form von Antidiskriminierungsarbeit innerhalb des fzs oder an Hochschulen geschehen, um dort Rechte, auf Bildung, politische Teilhabe und Repräsentation zu erkämpfen. Aber auch die Beteiligung an antirassistischen Kämpfen außerhalb hochschulpolitischer Kontexte soll ein Teil der Ausschussarbeit sein.

Außerdem soll der 61. AS Kontakte zu Interessenvertretungen aufnehmen, welche migrantische oder nicht-weiße Schüler*innen, Student*innen und Akademiker*innen vernetzen.

Das Thema soll dauerhaft in der Tagesordnung verankert und auf den Sitzungen thematisiert werden.

Auch alle anderen Ausschüsse sind dazu aufgerufen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Begründung:

Begründung:

Seit längerem beschäftigt sich der AS damit, wie antirassistische Arbeit im Verband aussehen könnte. Insbesondere nach Workshops auf der Mitgliederversammlung und der konstituierenden Ausschusssitzung wurde das Thema langsam greifbarer und wir haben auf der Sitzung im Dezember versucht, mit den Ergebnissen des Workshops weiterzuarbeiten.

Immer wieder sind wir dabei an unsere Grenzen gestoßen, da uns durch das große strukturelle Problem des Verbandes und unserer Strukturen wichtige Perspektiven fehlen. Umso mehr halten wir eine breite Auseinandersetzung mit dem Thema für notwendig. Gleichzeitig gilt es jedoch auch, Kooperationen und Kontakte auszubauen und zu stärken und relevante Themen anzugehen, die wir schon seit viel zu langer Zeit übersehen.

Trotz der intensiven Arbeit ist es uns seit Dezember nicht gelungen, einen Ausschuss ausreichend vorzubereiten. Da wir dies jedoch für absolut wünschenswert halten, versuchen wir auf diesem Weg, den nächsten AS zu verpflichten, den Antrag umzusetzen, ein Aufschieben zu verhindern und gleichzeitig das Thema auf der MV sichtbar zu machen und zur Diskussion zu bringen. Wir wünschen uns daher eine rege Diskussion auf der Mitgliederversammlung, wie eine antirassistische Praxis im Verband aussehen könnte und strukturelle Probleme gelöst werden könnten.

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    Änderungsanträge

    Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Verfahren
    10 Iris Kimizoglu

    Füge Anführungszeichen um das Wort antirassistische ein –> “antirassistische“

    Der Begriff des "Antirassismus" ist sehr umstritten (s. im ÄA zu Zeile 19). In Hinblick auf den politischen Aktivismus/Kampf ist durchaus nachvollziehbar, dass dieser Begriff genutzt wird, um zu beschreiben, dass gegen Rassismus gekämpft wird. Die Anführungszeichen stellen einen Kompromiss dar (oder auch das Einfügen des Begriffs "sogenannter"), sodass der politische Kampfbegriff bestehen bleibt, gleichzeitig die bestehende Problematik des Begriffs Berücksichtigung findet. Übernahme
    12 Iris Kimizoglu

    Füge konkretisierend “rassistischer“ ein –> “Der AS sucht z.B. nach Möglichkeiten, Strukturen zu schaffen, die rassistischer Diskriminierung entgegenwirken und rassismuskritische Inhalte in der Verbandsarbeit zu verankern.“

    Der Antrag stellt einen Arbeitsauftrag an den kommenden AS dar, sich dezidiert mit Rassismus als Diskriminierungsform weiter zu beschäftigen. Die Ergänzung konkretisiert dies. Übernahme
    14 60. AS

    Füge hinzu: “Dabei müssen auch Begrifflichkeiten Teil der Diskussion sein, um angemessen mit dem Thema umzugehen.“

    Aufgrund von aktuellen Debatten mit unterschiedlichen Perspektiven zu Begriffen in dem Kontext muss die Diskussion darüber auch im fzs weitergeführt werden. Übernahme
    19 Iris Kimizoglu

    ersetze “antirassistische“ durch rassismuskritische

    Ziel unseres Verbands sollte es sein, dass er nicht "antirassistisch" ist, sondern rassismuskritisch. Nur indem über die kritische Auseinandersetzung mit Rassismen, auch bei uns im Verband, kann reflektiert werden, inwiefern auch wir Rassismen reproduzieren, Erst dadurch wird es möglich als Verband eine Praxis zu etablieren, die immer wieder sich selbst hinterfragt und an sich arbeitet. Der Begriff des "Antirassismus" ist sehr umstritten. Denn Antirassismus als ein Ansatz, der sich vor allem auch in linken Kreisen wieder findet, schreibt fort, dass Menschen auf Grund von Ethnizität/Hautfarbe/Migrationshintergrund/etc. unterschieden sind. Rassismus beginnt nicht erst dann, wenn Menschen aufgrund angeblicher „Merkmale“ als „höher-“ oder „minderwertig“ beurteilt werden. „Rassismus ist nicht erst die negative Reaktion auf einen angeblichen Unterschied, sondern bereits die Behauptung des Unterschieds.“ (Noah Sow, 2009:78) "Ich glaube daran, dass die meisten Menschen Gerechtigkeit und Fairness als Werte schätzen und nach ihnen leben wollen. Und dass sie anderen Menschen nicht wehtun wollen. Meistens zumindest. Ich weiß aber auch, dass viele Menschen Rassismus jeden Tag reproduzieren. Sowohl bewusst als auch unbewusst. Dass Schwarze Menschen und People of Color in Deutschland jeden Tag Rassismuserfahrungen machen. In Kitas, in Schulen, in ihren Familien, auf der Arbeit, auf dem Weg zum Supermarkt. Und dass dieser Rassismus oft in Kontexten passiert, in denen sich die Menschen für tolerant, fair und vor allem für ›antirassistisch‹ halten. Oder auch in Räumen, die von (weißen) Menschen als ›rassismusfrei‹ proklamiert werden. Und da liegt das Problem: Rassismus gilt in Deutschland als individueller, bewusster Fehltritt der Anderen. Das heißt, es wird davon ausgegangen, dass Rassismus nur bei Nazis oder anderen ›schlechten‹ Menschen vorkommen kann und dass stets eine entsprechende Absicht vorhanden sein muss. So wird die Illusion geschaffen, dass es tatsachlich rassismusfreie Räume gibt. Es ist schwer, die soziale Brille, mit der auch ich gelernt habe, die Welt zu betrachten, abzunehmen und eine andere Perspektive einzunehmen. Aber es ist nicht unmöglich. Ich unterstütze Menschen auf diesem, mitunter sehr anstrengenden, schmerzhaften und aufwühlenden Weg. Daher erlebe ich auch, wie sehr er sich lohnt – für alle." (Tupoka Ogette -https://heimatkunde.boell.de/2017/06/22/exit-racism-rassismuskritisch-denken-lernen-leseprobe-von-tupoka-ogette) Zurückgezogen
    19-20 AS

    Streiche: um so eine antirassistische Praxis zu ermöglichen und zu initiieren

    und ersetze durch:  um so eine Praxis zu ermöglichen in der antirassistische Kämpfe unterstützt und initiiert werden können.

    erfolgt mündlich Übernahme
    21f. Iris Kimizoglu

    Streiche ersatzlos: “(…), um dort Rechte, auf Bildung, politische Teilhabe und Repräsentation zu erkämpfen.“

    Der Satz steht eins zu eins bereits in Zeile 7ff. und ist somit redundant. Übernahme
    23-24 Iris Kimizoglu

    Streiche ersatzlos “Aber auch die Beteiligung an antirassistischen Kämpfen außerhalb hochschulpolitischer Kontexte soll ein Teil der Ausschussarbeit sein.“

    1. Die Wichtigkeit nicht-hochschulpolitischer Kämpfe wurde bereits in Zeile 9ff. dargelegt.
    2. Es gibt bislang keine ausreichende Beschlusslage des fzs, auf derer der AS, wie in der Satzungsteil zum AS festgehalten, aufbauend arbeiten kann. Da die Thematik komplex ist und verschiedene Strömungen und Positionen existieren, ist eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Themenfeld und eine anschließende Positionierung des fzs zunächst wichtig, auf der dann aufbauend gearbeitet werden kann. Dies ist momentan nicht gegeben.
    3. Der AS ist qua Satzung vorrangig ein beschlussfassendes Gremium zwischen den MVen gedacht. Zwar schließt die Satzung nicht explizit aus, dass der AS sich mit politischen Kontexten außerhalb der Hochschulpolitik beschäftigt und sich beteiligt, jedoch ist dies eigentlich eher Aufgabe von Ausschüssen.
    Zurückgezogen

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    AntragstellerInnen



    (wird nicht veröffentlicht)

    (wird nicht veröffentlicht)

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