61-7-I-03 Neurodiversität als integraler Bestandteil menschlicher Diversität

AntragstellerInnen:

Vorstand des StuRa; Albert-Ludwigs Universität Freiburg

Studieren ohne Hürden Referat; Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:  
Der  fzs sieht Neurodiversität als einen von vielen Aspekten menschlicher  Diversität, und setzt sich dafür ein, Universitäten und Hochschulen  sowie die gesamte Gesellschaft freundlicher für neurodiverse Menschen zu  gestalten. In internen Strukturen bemüht sich der Verband,  die Mitarbeit und Inklusion neurodiverser Menschen zu verbessern, und  die Perspektiven neurodiverser Menschen in die eigene Arbeit  miteinzubeziehen. Bei der intersektionellen und thematischen Arbeit des  Verbandes soll Neurodiversität als eines von vielen Merkmalen von  Vielfalt mitberücksichtigt werden.
Neurodiversität  bedeutet, dass neurologische Unterschiede zwischen Menschen natürliche  und bereichernde Varianten sein können, und nicht notwendigerweise als Mängel oder Abweichungen von einer vorgegebenen Norm begriffen werden.  Neurologische Vielfalt wird so nicht mehr pathologisch als Mangel  gegenüber „neurotypischen“ Menschen gesehen. Demzufolge stellt sich der  Verband klar gegen die Abwertung von Menschen,  die einem konstruierten Ideal von „Normalität“ nicht entsprechen und  unter dieser „Normalität“ leiden. Anstatt bei neurodiversen Menschen  Defizite zu sehen, fordert der Verband, die menschliche Vielfalt als Bereicherung zu sehen, welche in vielen Diskursen neue Anregungen und Ideen erzeugen können, und  nicht, Menschen in ein starres Idealbild von “Normalität“ zwängen. Der  Verband fordert die Gesellschaft und unsere  Hochschulen auf, offener  für unterschiedliche Formen des Lebens und  Denkens zu sein. 
Begründung:

Neurodiversität  umfasst eine Vielzahl an Phänomenen menschlicher Vielfalt. So sind  autistische, bipolare, und andere Menschen neurodivers. Der Begriff  umfasst alle Menschen, die psychologischen Vorstellungen von  „Normalität“ nicht entsprechen.

Auch  neurodiverse Menschen studieren an unseren Hochschulen und  Universitäten. Auch sie sind, wie unsere gesamte Gesellschaft, sehr  stark einem konstruierten Ideal von „Normalität“ unterworfen. Allerdings  zeigt sich deutlich, dass etwa autistische Menschen darunter leiden,  nach außen hin „normal“ wirken zu müssen und dafür abgestraft zu werden,  wenn sie nicht gängigen Vorstellungen von sozialer Interaktion oder  „normalem“ Verhalten folgen.

In Deutschland sind neurodiverse Studierende noch kaum organisiert. In anderen Ländern, bspw. den USA gibt es bereits mehrere aktive Organisationen. Hier besteht also dringend Handlungsbedarf und die Notwendigkeit, mehr Bewusstsein für die Thematik zu schaffen.

In  der Hochschulpolitik landen meist eher sozial aktive Menschen, was für  neurodiverse Menschen weitere Hürden schafft. Daher bleibt dieses Thema  hier und auch in vielerlei Kontexten intersektionellen Aktivismus  unterbelichtet.

Der vorliegende Antrag kann nur der erste Schritt sein in eine tiefergehende Auseinandersetzung des fzs mit diesem Thema. Die Antragsstellenden wünschen  sich, dass im Falle einer Annahme verschiedene Ausschüsse darüber  beraten, wie dieses Thema in die Verbandsarbeit eingebracht werden kann.

Eine kurze prägnante Definition des Begriffes findet sich unter: https://neurodiversitysymposium.wordpress.com/what-is-neurodiversity/

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