60-7-I-09 Check your antisemitism before you wreck yourself

AntragstellerInnen:

StuRa Uni Freiburg

Die MV möge beschließen,

Der fzs verpflichtet sich, jeden Antisemitismus zu verurteilen, sich aller antisemitischen Gewalt, ob struktureller oder physischer Art, entgegenzustellen und den Kampf gegen den Antisemitismus als einen antifaschistischen anzuerkennen. Dem Antisemitismus ist nicht erst in seiner offenen Form als Judenhass entgegenzutreten, sondern bereits dort, wo er unbewusst oder versteckt mit sich getragen wird, als Antizionismus, als Antisemitismus in Symbolen und Codes oder als Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz.

Begründung:

Es gibt gute Gründe, keine Formel anzugeben, durch welche definitiv zwischen Antisemitismus und unverbindlicher Meinung unterschieden werden könnte. Schon deshalb, weil hinter der Forderung einer solchen Definition das Bedürfnis nach einem Schiedsspruch steht. Eine Bestimmung des Antisemitismus soll aber kein Kompromiss sein, auf den sich Antisemit*innen und ihre Gegner*innen einigen können, so dass zwischen ihnen dann Frieden und Sicherheit herrscht. Dass sich gegen jeden Antisemitismus zu richten ist, deutet bereits an, dass Antisemitismus nicht in einer Liste seiner Spielarten zusammengefasst werden kann, sondern es darauf ankommt, dem Gemeinsamen hinter allen seinen Formen entgegenzutreten.

Antisemitismus ist nicht allein als eine Form des Hasses unter anderen oder als Wahn aufzufassen, sondern kann erst als Produkt derjenigen Gesellschaft begriffen werden, in der es Antisemit*innen gibt. Deshalb kann er auch nicht nur durch Korrigieren einiger falscher Ansichten, sondern nur mit politischen Mitteln bekämpft werden. Und ebendeswegen ist die Bekämpfung des Antisemitismus immer antifaschistisch. Das bedeutet nicht, dass nur Nazis Antisemit*innen sind. Auch in der politischen Mitte der Gesellschaft und auch in der Linken gibt es Antisemitismus, und seine Bekämpfung ist auch dort Moment der Aufarbeitung der Vergangenheit, wo sich nicht mit dieser identifiziert wird.

Dass sich der Antisemitismus heute selten offen zeigt, und deshalb an der Oberfläche harmloser scheint, ist kein Grund zur Beruhigung. Gerüchte und Halbwissen waren schließlich schon immer das Medium des Antisemitismus. Er ist auch deshalb so hartnäckig, weil er sich stets eine scheinbar unverbindliche Form sucht. Deshalb ist der Antizionismus auch keine bloße politische Meinung wie jede andere, sondern die Abneigung gegen dasjenige, was es zehn Jahre vor der Shoah hätte geben müssen: einen jüdischen Staat.

    Änderungsanträge

    Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Verfahren
    6 Darius Springer

    Ferner versteht der fzs den Kampf gegen Antisemitismus nicht als ausschließlich externen Kampf sondern erkennt auch die eigene Verwobenheit in eine (tendenziell) antisemitisch sozialisierte Gesellschaft an und verpflichtet sich diesbezüglich der kritischen Selbstreflexion.

    In der Begründung des Antrags findet sich bereits der Hinweis wieder, dass Antisemitismus sich nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppierungen beschränkt sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Die aktuelle Formulierung des Antrags gibt das jedoch in meinen Augen nicht her, stattdessen entsteht der Eindruck, dass Antisemitismus im fzs nicht stattfindet und sich der Kampf gegen Antisemitismus extern abspielt. Ich denke die Ergänzung kann auf ein selbstkritischeres und tiefergehendes Verständnis von Antisemitismus als gesamgesellschaftliches Problem verweisen.
    6a Darius Springer

    Ferner versteht der fzs den Kampf gegen Antisemitismus nicht als ausschließlich externen Kampf sondern erkennt auch die eigene Verwobenheit in eine (tendenziell) antisemitisch sozialisierte Gesellschaft an und verpflichtet sich diesbezüglich der kritischen Selbstreflexion.

    In der Begründung des Antrags findet sich bereits der Hinweis wieder, dass Antisemitismus sich nicht auf einzelne gesellschaftliche Gruppierungen beschränkt sondern vielmehr ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Die aktuelle Formulierung des Antrags gibt das jedoch in meinen Augen nicht her, stattdessen entsteht der Eindruck, dass Antisemitismus im fzs nicht stattfindet und sich der Kampf gegen Antisemitismus extern abspielt. Ich denke die Ergänzung kann auf ein selbstkritischeres und tiefergehendes Verständnis von Antisemitismus als gesamgesellschaftliches Problem verweisen.

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