60-5-3-FGP Bericht des Ausschuss Frauen- und Genderpolitik

AntragstellerInnen:

Ausschuss Frauen- und Genderpolitik

1. Arbeitsweise

Der Ausschuss frauen- und genderpolitik besteht momentan aus  Louise (Uni Wien), Randi (Uni Gießen/Frankfurt/Darmstadt), Nejla (Uni Hannover), Lydia (Uni Potsdam), Arianna (Uni Passau), Lena (Uni Passau), Hannah (Uni Rom/Jena), Ronja (Uni Lüneburg), Mandy (Uni Frankfurt), Asya (ASH Berlin), Sebastian (Uni Bonn) und Moritz (Uni Wien). Hierbei übernahmen Mandy und Lydia die Ausschusskoordination. Die Telefonkonferenzen fanden wöchentlich teilweise mit Themenschwerpunkten statt. Der Ausschuss hat seit März dreimal getagt, in der gesamten Amtszeit sechsmal. Die Projektgruppe zu Soy y Estoy hat zweimal getagt. Die Sitzungen fanden hauptsächlich in Berlin und Passau statt. Ronja wurde in den Ausschuss Internationales entsandt.
Unsere Strategie um den Ausschuss lebendig zu halten und neue Mitglieder zu akquirieren, liegt darin nach Seminaren Teilnehmer*innen anzusprechen und zu Treffen bzw. Telefonkonferenzen einzuladen. Außerdem sprechen wir direkt feministische Personen an, die wir aus unserem Umfeld und über Dritte kennen. Dies hat sich über die Jahre als sehr effektiv erwiesen.

2. Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit

In den vergangenen Jahren war ein Problem unserer Arbeit, dass unsere Seminare und Projekte nicht genug Reichweite erreichen konnten. Deswegen war eines unserer Ziele für die Amtszeit diese durch diverse Publikationen zu erweitern. In Zuge dessen setzt der Ausschuss nicht nur auf die üblichen Mittel wie die Bewerbung per eMail und über die Homepage, sondern auch auf Flyer zu Seminaren und eine aktive online-Präsenz der gmg-Facebookseite. Daneben haben wir mit einem postalischen feministischen Rundbrief den Versuch gewagt auch analog mehr feministische Strukturen zu erreichen. Auf dieses Format mit Flyern zu unseren Seminaren, dem Essay von Mandy und Louise, dem Aufruf für *gmg* und einem Anschreiben mit aktuellen Informationen des Ausschusses haben wir bereits positives Feedback erhalten.

Neben der Bewerbung der Veranstaltungen des Ausschusses, war es auch ein Ziel die theoretische Arbeit, die dieser leistet, sichtbarer zu machen. So veröffentlichten Mandy Gratz und Louise Haitz den Artikel “#NotHeidisGirl – oder doch? Wir sind alle Heidis Mädchen“ auf dem Blog der Zeitschrift für Medienwissenschaften (https://www.zfmedienwissenschaft.de/online/blog/notheidisgirl-%E2%80%93-oder-doch-wir-sind-alle-heidis-m%C3%A4dchen). Dieser ist eine solidarische Kritik an der Aktion #NotHeidisGirl, die in Folge einer Diskussion im Ausschuss stattfand. Er wurde auch bei dem Wettbewerb  “Best Publication Award Gender & Medien 2018“ eingereicht. Daneben veröffentlichte Louise Haitz einen dreiteiligen Artikel, der die Herstellung von Unglaubwürdigkeit weiblicher Opfer sexueller Gewalt in deutschen Talkshows zum Thema hat (https://www.zfmedienwissenschaft.de/online/blog/hartaberfair). Zu diesem Thema haben Louise und Lydia im September letzten Jahres ebenfalls einen Artikel im Forum Wissenschaft veröffentlicht: https://www.bdwi.de/forum/archiv/themen/fem/10399469.html. Um solche Publikationen weiter zu fördern, sammeln wir im Ausschuss relevante Calls for Paper und arbeiten gerade an der Idee eines studentischen Netzwerks für feministische Wissenschaften.

3. Zusammenarbeit mit anderen Ausschüssen

In den vergangenen Jahren (bspw. auf der 59. Mitgliederversammlung mit dem Antrag “Feminismus als Querschnittsthema“ oder auf der 57. Mitgliederversammlung mit dem Antrag “Für einen antifaschistischen Feminismus“) haben wir uns dafür eingesetzt, dass Feminismus nicht die Aufgabe eines Ausschusses ist, sondern ein Querschnittsthema jeder*s Aktiven im fzs sein muss. So haben wir uns darüber gefreut, dass wir im letzten Jahr mehrere Anfragen zur Zusammenarbeit bekommen haben.

Der Ausschuss Sozialpolitik wandte sich an uns, da sie die Broschüre “Studieren mit Kind“ überarbeiten. Hier wollen wir uns insbesondere an dem Kapitel zu Schwangerschaftsabbrüchen einbringen. Im Ausschuss Internationals übernimmt Ronja die Kommunikation für die transkontinentalen Projekte “Soy y Estoy“und “Agenda Kuir“. Nach Diskussionen mit dem Ausschuss Studienreform haben wir einen Antrag für ein Seminar “Frauen* und Technik“ in der nächsten Förderperiode des BMBF eingereicht. Dies sehen wir als eine Chance für weitere Zusammenarbeit.

4. Veranstaltungen und Seminare

Wie jedes Jahr beteiligen wir uns an der Koordination der Aktionstage *gesellschaft macht geschlecht*. Diese haben dieses Jahr Schwangerschaftsabbruch und das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung zum Thema. (Den Aufruf gibt es hier zu lesen:  http://www.kein-sexismus.de/). Hierzu organisierte der Ausschuss auch ein Vorbereitungstreffen vom 6. bis zum 8. Juli in Dessau. Daneben waren Ausschussmitglieder auch als Referent*innen bei lokalen Aktionstagen tätig. Beispielsweise war Louise in Passau auf den GMG Aktionstagen mit dem Thema “Sex: zwischen Macht, Tabus und Idealen. Aktionstagen zu Körperbildern, Sexualität und sexuellen Grenzüberschreitungen“. Hierbei hielt sie einen Vortrag zu “Fett, Glatt, Gesund. Körper- und Gesellschaftsverhältnisse unter dem Stichwort “Attraktivität“ betrachtet“.
Daneben findet vom 1. bis zum 3. August das Seminar zu Frauen in der Verfassten Studierendenschaft statt. In diesen Rahmen werden wir uns damit auseinandersetzen, wie Sexismus in Student*innenvertretungen wirkt, und was sich dagegen tun lässt. Ganz praktisch geht es auch um eine Vernetzung von Frauen innerhalb des fzs und darüber hinaus.

5. Projekte

REVERSE

Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg machen ein Forschungsprojekt mit dem Titel “Krise der Geschlechterverhältnisse“ (Abkürzung: REVERSE) zu antifeministischen Diskursen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen durchführen. Wir sind als Praxispartner*innen und Multiplikator*innen angefragt worden, um unter anderem über geeignete Maßnahmen der gesellschaftspolitischen Intervention zu diskutieren. Wir haben an zwei Workshops dieser Forscher*innengruppe teilgenommen. Dabei haben wir festgestellt, dass das Projekt bisher einen Mangel an intersektionalen Ansätzen in ihrem Forschungsdesign aufweist. (Kein Einbezug migrantischer Feminist*innen als Praxispartner*innen und kein Einbezug antirassistischer Arbeit gegen Antifeminismus). Wir haben diesbezüglich eine Kritik angebracht und schriftlich formuliert.

AGENDA KUIR

(sprich: Agenda queer – eine transnationale Kooperation mit queerfeministischen Gruppen in Valparaíso Chile)

Die Agenda kuir ist ein chilenisches, queerfeministisches Projekt. Es ist ein Taschenkalender, der sowohl queerfeministische Aktionen versammelt als auch Kunst- und Fotoprojekte und queerfeministische Texte in sich versammelt, die Theorie und Praxis erläutern und erklären. Die Agenda kuir gibt es bereits seit fünf Jahren. Der fzs hat im Rahmen der Arbeit des Ausschusses für  Frauen- und Genderpolitik den Druck der Agenda kuir finanziert. Es ist eine Übersetzung der Agenda ins Deutsche geplant (siehe Arbeitsprogramm fgp).

SOY Y ESTOY

(etwa: „Sein und Bewusstsein“)

Das politische Rollenspiel ist die Abschlussarbeit eines queerfeministischen Aktivisten aus Chile. In Kooperation mit ihm übersetzt ein Teil des Ausschusses fgp das Spiel ins Deutsche (sprachliche Übersetzung und Lokalisierung.) Das Spiel ist nicht kompetitiv aufgebaut, sondern es geht darum gemeinsam ein Konzept bezüglich eines politischen Problems bzw. einer Form der Politik, des politischen Handelns zu entwickeln. Das Spiel besteht aus vier Kartentypen „Politiken“, „Strategien“, „Praxis“ und „Rolle“. Jede Spieler*in hat eine Rolle, die er*sie im Spiel einnimmt (z.B.: Moderation, Verschriftlichung , Visualisierung oder Internetrecherchen). Das politische Problem steht auf der „Politiken“-Karte, die zufällig für die Gruppe gewählt wird und um die sich das Spiel drehen wird. Jede Spieler*in erhält dann eine Strategie, die auf das politische Problem bezogen wird (das Problem ist z.B. „Propaganda“, eine Strategie könnte sein „Lernen aus feministischer Geschichte“, eine Praxis könnte sein „Spekulieren“. Durch die zufällige Verteilung von politischen Problemen und Politiken mit Strategien und Praktiken, entstehen in der Gruppe Diskussionen und Auseinandersetzungen, die zwischen diesen drei Karten eine Beziehung herstellt und in einer Entscheidung für eine Strategie und eine Praxis resultiert. Das Gespräch ist wichtiger Teil des Spiels und wird von den Spieler*innen festgehalten.
Das Spiel wird in 5er Gruppen gespielt und kann von 20-25 Personen gleichzeitig gespielt werden. Das Spiel ist dezidiert auf studentischen Aktivismus angelegt: d.h. bildungspolitische Aufklärung und Aktivierung für queerfeministische Aktionen. Das übersetzte Spiel kann in fzs-Seminaren eingesetzt werden und ist auch für andere Strukturen einsetzbar. Aktuell arbeitet fgp an der Übersetzung und Lokalisierung des Spiels. Außerdem soll ein wissenschaftlicher Begleitband entstehen, der interdisziplinäre Perspektiven auf die Methode des Spiels und die Dimensionen der Übersetzung/Lokalisierung beinhaltet (Aktivismus, künstlerische Forschung, Dekolonisierung von Wissen, Medienwissenschaft). Wir haben und werden verschiedene Fördermittel beantragen. Wir sind hierfür Kooperationen mit der FH Potsdam, Uni Potsdam (Digital Games Research Center), der Uni Wien (Medienwissenschaft), Züricher Hochschule der Künste (ZHDK) und der NGBK (Neue Gesellschaft für Bildende Künste) eingegangen. Es sind Workshops, in denen das Spiel eingesetzt und vorgestellt wird, für September und Oktober geplant.

6. Für das nächste Amtsjahr gestellte Anträge

Der Ausschuss fgp hat drei Anträge für Seminare an das BMBF gestellt.

Ein Seminar soll wieder dem Vorbereitungstreffen der bundesweiten Aktionswochen GMG gewidmet sein. Hierfür hat der Ausschuss fgp wie bereits in den Jahren zuvor Gelder beantragt. Das Vorbereitungsseminar dient der Vernetzung mit hochschulpolitisch organisierten, feministischen Gruppen und der Erarbeitung eines bundesweit umgesetzten Themas und dazugehörenden Aktionen gegen Sexismus, Homo- und Transphobie.

Ein weiteres Seminar soll sich um das Thema „Frauengesundheit“ drehen. Hierbei wollen wir unsere Vernetzungsanstrengungen zu pro-choice-Initiativen weiterführen und das Thema Gesundheit wieder auf die Agenda der Frauen*- und feministischen Referate holen. Wir wollen das Seminar gemeinsam mit Gruppen organisieren, zu denen wir bereits Kontakt haben und die sich mit der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und sexueller Selbstbestimmung auseinandersetzen. Mehr dazu könnt ihr unserem Vorschlag zum Arbeitsprogramm lesen.

Das dritte Seminar soll sich mit dem Thema „Frauen und Technik“ auseinandersetzen. Es geht dabei um die Vermittlung von praktischem technischem Wissen (bspw. Verschlüsselung und sichere Kommunikation) und zugleich einer feministisch-analytischen Perspektive auf das Thema Digitalität, Social Media, Informatik. Das Seminar ist als eine Zusammenarbeit zwischen dem Ausschuss fgp und dem ASR Ausschuss für Studienreform geplant. Es geht hierbei insbesondere um einen Austausch und Wissenstransfer zwischen Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern und Frauen in geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fächern.

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