58-10-1-VK1 Tobias Eisch

Geschlecht: keine Angabe

Geburtsdatum: 18.03.1994

Vorstandskandidatur

Liebe Mitglieder, Delegierte und Verbandsaktive,

In nächster Zeit kommt Einiges auf uns zu. Die gesellschaftlichen autoritären Zuspitzungen treten immer spürbarer auch an den Hochschulen zu Tage. Campus Alternativen werden gegründet, die AfD gewinnt an Einfluss, Burschenschaften wachsen und die Identitäre Bewegung tritt immer gewaltvoller auf. Diesen, immer stärker in Gesellschaft und an der Hochschule auftretenden, rechten Strukturen entgegen zu wirken, ist auch von Seiten der Student*innen dringend erforderlich. Dieser Arbeit möchte ich mich mit dem Verband widmen. Ein vom fzs entwickeltes, strukturiertes Programm zur politischen Bildung gegen Rechts und dessen Umsetzung soll am Ende dieses Prozesses stehen. Inhaltlich notwendig ist eine kritische Aufarbeitung der Vergangenheit sowie von Zusammenhängen studentischer Politik mit dem Nationalsozialismus. Des Weiteren müssen autoritäre Mechanismen auch auf theoretischer Ebene beleuchtet werden. Die Beschäftigung mit aktuellen rechten Strukturen soll ebenso in das Konzept einfließen.

Diese Arbeit erfordert eine funktionierende und ausgeprägte Basisarbeit, da die Probleme mit rechten Strukturen an den konkreten Standorten angegangen werden müssen. Hierfür möchte ich das Konzept in den lokalen Student*innenschafften vorstellen und diese bei der Umsetzung unterstützen. Die Einbindung der Mitglieder und die Präsenz vor Ort sorgen für einen wahrnehmbaren Verband und machen diesen dadurch stark. Arbeitsstrukturen können gefüllt und der fzs aktiver gemacht werden. Um diese Arbeit machen zu können möchte ich für einen Vorstand bestehend aus vier Mitgliedern kandidieren.

In meiner Zeit als Referent für Hochschulpolitik im AStA-Passau hat mir die Arbeit im fzs die Notwendigkeit eines aktiven Verbandes gezeigt. Durch meine Arbeit im Ausschuss VS/PM, meine Beteiligung im AS und die Teilnahme an Seminaren konnte ich viel für meine Arbeit vor Ort mitnehmen. Konkrete Einblicke in die Arbeit anderer Strukturen ermöglichen immer auch neue Perspektiven für die eigene Arbeit. Durch Projekte wie *gesellschaft macht geschlecht* oder das festival contre le racisme leistet der Verband eine wichtige politische Arbeit. Feminismus und Anti-Rassismus entwickeln durch eine überregionale Vernetzung, Aktionen und Koordination eine größere Schlagkraft und diese ist es, für die ein gut aufgestellter Verband so wichtig ist. Weitere Bereiche, in denen sich dies in neuerer Zeit gezeigt hat, sind die Strukturen und Bündnisse, in denen zu Studiengebühren und dem Urheberrechtsgesetz [sic!] gearbeitet wurde. Um diese Arbeit, den Verband und seine Gremien mit Leben zu füllen, ist Basisarbeit und die Präsenz in den lokalen Strukturen von großer Bedeutung. Doch auch die Zusammenarbeit mit den anderen Bündnispartner*innen des fzs ermöglicht eine größere politische Wirkkraft. Deshalb gilt es, die Zusammenarbeit und den Kontakt mit der GEW, dem BdWi und anderen langjährigen Mitstreiter*innen weiter zu fördern.

In der ganzen Republik kommt es zu progressiven Bildungsprotesten. Als bundesweiter Verband der Student*innen gilt es, diese zu unterstützen und zu fördern, wo immer es geht. In mehreren Städten gingen Menschen, die an Bildung teilhaben oder teilhaben wollen unter dem Motto „Lernfabriken…meutern!“ auf die Straße. Thematisiert wurden in diesem Zusammenhang Bildungsausschlüsse und die derzeitigen Verhältnisse, in denen Bildung stattfindet. Die Entwicklungen in der Bildungslandschaft sind Folgen gesellschaftlicher Verhältnisse. Immer mehr wird auch die Bildung den Idealen der Ausgrenzung, des Leistungszwangs, der Elitenproduktion und der Verwertungslogik unterworfen. Der sich formierende Protest ist eine Gelegenheit, das Unbehagen zu äußern, Kritik anzubringen und für eine bessere Bildung und das schöne Leben für alle zu kämpfen. Der fzs hat in der vergangenen Zeit Infrastruktur, Zeit und Energie in „Lernfabriken…meutern!“ gesteckt. Gerade jetzt, wo der Protest wahrnehmbar und stark ist, gilt es diese Unterstützung aufrecht zu erhalten. Deshalb möchte ich mich aktiv in den Aufbau von Basisgruppen und die Organisation von Protesten einbringen sowie weiterhin die Infrastruktur und das Wissen des Verbandes zur Verfügung stellen.

Doch nicht nur Protest für gesellschaftlichen Fortschritt wird von der Seite der Student*innen formiert. Leider sind die Student*innenvertretungen in BaWü und bald wohl auch in NRW dazu gezwungen, Abwehrkämpfe zu führen und Proteste zu organisieren. In diesen Bundesländern wurde oder werden Studiengebühren für Menschen die nicht aus der EU / EWR kommen eingeführt. Der fzs steht in der Verantwortung, sich weiter gegen alle Studiengebühren, und erst Recht gegen Studiengebühren mit solch diskriminierendem Charakter, einzusetzen. Deshalb möchte ich mit dem Verband die laufenden Kampagnen und Aktionen, welche im ABS, den lokalen und den landesweiten Strukturen geführt werden unterstützen.

Die Veränderungen, die nach einigen Landtagswahlen und in anstehenden Hochschulgesetznovellierungen auf uns zu kommen und die es kritisch zu begleiten gilt, sind jedoch nicht die einzigen Neuerungen, die uns beschäftigen werden. Auch mit der Bundestagswahl werden wir uns beschäftigen müssen. Nicht nur die Wahl selbst und die Koalitionsverhandlungen haben Auswirkungen auf alle Student*innen, sondern auch die Zusammensetzung der zukünftigen Regierung und Opposition. Die Positionen des Verbandes in diesen Prozess zu tragen und auf die Geschehnisse in diesem Prozess zu reagieren wird Aufgabe des fzs sein. Da es zudem sehr wahrscheinlich ist, dass mit der Wahl die AfD in den Bundestag einzieht, bekommt auch die Notwendigkeit der Arbeit im Bereich der politischen Bildung ganz neue Ausmaße.

Den autoritären Zuspitzungen und rechten Strukturen entgegenzuwirken, eine progressive studentische Politik voranzubringen und den Verband wieder präsenter in den lokalen Strukturen zu machen sind die Schwerpunkte, zu denen ich in einem Vierervorstand arbeiten möchte. Bei Nachfragen, Bedenken oder anderen Anliegen stehe ich gerne unter der E-Mail Adresse toby.eisch@gmail.com zur Verfügung und würde mich sehr über eine Nachricht freuen.

mit solidarischen Grüßen,

Tobias Eisch

Biographie

Hochschulpolitischer und universitärer Lebenslauf: 2014: Beginn des Studiums european studies in Passau 2014 – 2015: kooptiertes Mitglied des AStA/SprecherInnenrats der Uni Passau 2014 – 2015: kooptiertes Mitglied im Ausschuss Verfasste StudentInnenschaft/ Politisches Mandat im fzs 2014 – 2016: Teil der Delegation als Mitglied im AS 2015 – 2016: gewählt im AStA/SprecherInnenrat der Uni Passau 2015 – 2016: gewählt und als Koordination im Ausschuss Verfasste StudentInnenschaft/ Politisches Mandat 2016: gewähltes Mitglied des StudentInnenparlaments der Uni Passau 2016: Gründung der Liste der unabhängigen kritischen Student*innen (LUKS) 2016 – 2017: gewählt im Ausschuss Verfasste StudentInnenschaft/ Politisches Mandat SoSe 2017: Urlaubssemester für Pflichtpraktikum in Prag

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