58-10-1-VK2 Nathalie Schäfer

Geschlecht: weiblich

Geburtsdatum: 28.06.1994

Vorstandskandidatur

Liebe Mitglieder, liebe Verbandsaktive,

die schlechten Studienbedingungen sind 10 Jahre nach Umsetzung der Bologna-Reform zur Normalität geworden. Es findet eine immer stärkere Ökonomisierung der Hochschulen statt. Finanzierungen geschehen häufig über Drittmittel. Prekäre Wissenschaftsverhältnisse, die sich nicht nur auf die Lehrenden, sondern auch auf die Studierenden auswirken, halten an. Allgemeine Hierarchie- und Machtverhältnisse an Universitäten und Hochschulen werden nicht hinterfragt, sondern billigend in Kauf genommen. Mitbestimmung ist ein Fremdwort, Konkurrenz zwischen Studierenden gehört zum Alltag, und durch Selektion werden an häufig schon privilegierte Personen bessere Lebenschancen vergeben. Es zeigt sich deutlich: Vieles läuft falsch. Hochschulen, Schulen und Universitäten sind keine autonomen Räume. Eine Gesellschaft, die nach der Logik funktioniert, aus Geld mehr Geld zu machen, wirkt auf diese ein. Daher sind Bildungsinstitutionen auch immer als politische Räume zu verstehen, die von Menschen gemacht und daher veränderbar sind. Diese Erkenntnis war es, die mich 2009 während der Bildungsstreikproteste politisiert und seitdem nicht mehr losgelassen hat.

Die Unterstützung überregionaler Kampagnen betrachte ich als eine der großen Stärken des fzs. Ich setze mich also für eine breite Bündnisarbeit ein. Kampagnen wie „Lernfabriken…meutern!“ thematisieren, was im Bildungswesen falsch läuft und versuchen, eine breite politische Öffentlichkeit für die Notwendigkeit eines anderen Bildungssystems zu schaffen. Als maßgeblicher Bündnispartner ist es eine der zentralen Aufgaben des fzs, im kommenden Jahr das Bündnis weiterhin zu unterstützen und uns als Verband einzubringen. Weiterhin erachte ich es als wichtig, die Landesstudierendenvertretungen und Strukturen an den Hochschulen zu unterstützen, die den Kampf gegen Studiengebühren führen. Studiengebühren bleiben ausgrenzend, egal ob sie für Langzeitstudierende gelten oder für internationale Studierende. Die Einführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg droht sich als Türöffner für weitere Studiengebühren zu erweisen. Dem gilt es klar entgegenzuwirken!

Das festival contre le racisme sowie das Projekt *Gesellschaft macht Geschlecht* sind nicht nur obligatorische Verbandsaktivitäten – sie leisten wichtige politische Arbeit, thematisieren Herrschaftsverhältnisse und unterstützen Gruppen und Strukturen, um diese Machtverhältnisse aufzubrechen. Daher sind beide Projekte auch in Zukunft zu unterstützen und fortzuführen. Machtverhältnisse gilt es ebenfalls im eigenen Verband zu thematisieren, kritisch zu reflektieren und aufzubrechen. Denn auch im fzs werden gesellschaftliche Ungleichheiten und Machtstrukturen, wenn auch unbewusst, reproduziert.

Wir müssen Hochschulen immer noch als Orte verstehen, an denen gesellschaftliche Ausschlüsse vollzogenen werden. Kinder von Akademikereltern studieren häufiger als Kinder, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben. Frauen* stellen zwar den größeren Teil der Studierendenschaft, Blickt man jedoch in die Riege der Professor*innen an den Hochschulen, bilden sie eine deutliche Minderheit. Daher sehe ich auch meine Aufgabe darin, im sozialpolitischen Feld tätig zu werden.

Ich sehe Politische Bildung als grundlegende Aufgabe des fzs an. Workshops und Vortragsreihen bieten einen niedrigschwelligen Anknüpfungspunkt für Neumitglieder und werdende Aktive. Außerdem kann durch spannende Seminare Wissen und Handwerkszeug weitergegeben werden. Workshops und Seminare mit aktuellen Themen und Kampagnen zu verknüpfen, wäre dabei mein Anspruch.

Den Verband habe ich als sehr aktiv und inhaltsreich kennen und schätzen gelernt. Seit eineinhalb Jahren bin ich im Ausschuss Studienreform tätig, in dem wir gemeinsam eine Positionierung zur Neuausrichtung des Akkreditierungswesens erarbeitet haben. Seit einem dreiviertel Jahr bin ich für diesen in den Ausschuss Internationales entsandt, für den ich seit drei Monaten die Ausschusskoordination mitbetreue. Neben der Solidaritätsarbeit und der internationalen Arbeit im TOPICS-Network rückte der Ausschuss den Kampf gegen Studiengebühren für internationale Studierende ins Zentrum seiner Arbeit. Für den fzs habe ich als Delegierte beim Board-Meeting der Europan Students Union teilgenommen.

Während meiner Vorstandstätigkeit würde ich eine enge Zusammenarbeit mit den Ausschüssen anstreben, die ich vor allem als inhaltliche Impulsgeber, die die politische und inhaltliche Ausrichtung des Verbandes vorantreiben, verstehe. In meinem Verständnis eines basisdemokratischen Verbandes würde ich meine Rolle eher als Teil eines ausführenden Organs verstehen, welches Rahmenbedingungen schafft und die erarbeiteten Inhalte des Verbandes nach außen hin vertritt. Sollte ich als Vorstand gewählt werden, trete ich selbstverständlich von meinen bisherigen politischen Positionen zurück. Ich würde mich freuen, meine Arbeitskraft in einem solidarischen Vierervorstand einzubringen. Mit Toby habe ich mich schon ausgetauscht und kann mir eine Zusammenarbeit im Vorstand gut vorstellen. Kontaktiert mich bei Fragen bitte per Mail (schaefer-nathalie@gmx.de) oder telefonisch (0157/59219823). Über eine Unterstützung meiner Kandidatur würde ich mich freuen.

Biographie

Universitärer Werdegang

  • Seit Wintersemester 2013/14 Studium der Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
  • Seit Wintersemester 2014/15 Stipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
  • Im Wintersemester 2015/16 Auslandssemester an der università degli studi di milano storia dell’arte, filosofia e aestetica 

Hochschulpolitisch

  • 2013-14 Teilnahme am Protestplenum der Goetheuni.
  • 2015 Beteiligung in der Hilfskraftinitiative, seit 2016 Mitglied in der lokalen Gewerkschaft Unter_bau.
  • Seit 2017 Referentin des Autonomen Hilfskräftereferats

Sonstiges Politisches Engagement

  • 2009 Beteiligung am Bildungsstreik, 2009-2010 Mitglied bei der Greenpeace Jugend-Ag.
  • Seit 2009 Mitglied der linksjugend [‘solid], 2010-2011, 2012-2013 Landessprecherin der Linksjugend RLP, 2013-2014, und 2017 Landessprecherin der Linksjugend Hessen.
  • Seit 2010 Mitglied bei der Partei DIE LINKE, 2014 Mitglied des Bundesausschusses.
  • Seit 2014 Mitglied der GEW, 2017 Delegierte des LASS GEW

Lohnarbeit

  • Sommerstemester 2015 Hilfskraft am FB09 Kunstgeschichte
  • Sommersemester 2016- Sommersemester 2017: Hilfskraft am FB04 Erziehungswissenschaften

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