58-10-fg13 Lena Althen

Geschlecht: weiblich

Geburtsdatum: 16.12.1996

Ich heiße Lena, komme aus Wiesbaden, bin 20 Jahre alt und studiere im vierten Semester den Bachelor Staatswissenschaften mit Schwerpunkten Soziologie und Politik an der Uni Passau. Hiermit möchte ich mich für die Wahl in den fzs-Ausschuss für Frauen- und Genderpolitik aufstellen.

Ich bin in der feministischen und queer theory noch relativ neu und möchte im Bereich feministischer Theorie und auch der praktischen Umsetzung in der Hochschule selbst noch viel lernen. Durch eine Hausarbeit zu feministischen Theorien der internationalen Beziehungen und meine bisherige Beschäftigung mit feministischen Autor*innen bin ich für Sexismus und Diskriminierung an vielen Stellen, leider auch und manchmal besonders in der Universität, anfänglich sensibilisiert. Im Uni-Alltag beschäftigen mich seitdem Geschlechterhierarchien in der Hochschule und politischen Arbeit sowie wissenschaftliches Arbeiten aus der „Genderperspektive“ sehr. Mit dem Einstieg in feministische Theorie und Aktivismus hatte ich das Gefühl, schnell an die Grenzen des Passauer Lehrangebots, der Lektüre, Informationsquellen und Aufmerksamkeit und Toleranz meines Umfelds zu stoßen. Hier möchte ich, sehr gerne in Zukunft im Rahmen des Ausschusses, durch politische Arbeit auf der einen und der Unterstützung bei wissenschaftlicher Arbeit auf der anderen Seite ansetzen. Insbesondere ein Fall von sexueller Belästigung einer Kommilitonin hat mir die Notwendigkeit verdeutlicht, einige zentrale und gemeinsame Probleme dabei über einzelne Universitäten hinweg aufzuzeigen und die dahinterliegenden Strukturen zu verändern – etwa dadurch, Informationen zu sammeln und Gemeinsamkeiten festzustellen, sie öffentlich zu machen und eine Vernetzung zum Beispiel durch eine Kampagne zu Sexismus und sexueller Gewalt an Hochschulen oder der Archivierung und Weitergabe von Informationen über Fälle sexueller Belästigung durch Lehrpersonal zu schaffen.

Persönlich interessiert bin ich besonders an feministischer Wissenschaftskritik und würde gerne im Ausschuss und mit interessierten Menschen praktische Fragen der Umsetzung feministischer Hochschulpolitik, von Redeverhalten über die Hürden linker Hochschulpolitik, diskutieren.

Feminismus an der Hochschule bedeutet für mich, bestehende Herrschaftsverhältnisse in Hochschulen infrage zu stellen und Wissenschaft zu betreiben, die frei von Sexismen und Diskriminierung etwa aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung ist, die Gesellschaft ständig kritisch hinterfragt und gerechte(re) Alternativen anbieten kann.

Ich habe Lust und Zeit auf politisches Engagement, darauf, Neues und engagierte Menschen kennenzulernen und mich weiter für den Umgang mit Gender zu sensibilisieren. Ich schätze einen freundschaftlichen und umsichtigen Umgang in der gemeinsamen politischen Arbeit und würde mich wahnsinnig freuen, einen solchen im Ausschuss gemeinsam umzusetzen.

Biographie

Meine bisherige Erfahrung mit politischer Arbeit und Ehrenamt hat 2012 in der Schüler*innenvertretung begonnen, über die ich in Kontakt mit dem Thema Inklusion kam. 2013 habe ich dann im Anschluss an eine Veranstaltung zum Thema Inklusion einen Verein für und von Jugendlichen gegründet, der unabhängige politische Bildung auf Augenhöhe vermitteln und Interesse für Politik wecken sollte, und diesen drei Jahre lang geleitet. Gemeinsam haben wir drei UN-Planspiele für Schüler*innen, U18-Wahlen und niedrigschwellige Informationsveranstaltungen organisiert. Über die Jugendarbeit kam ich mit der internationalen Frauenrechtsorganisation ZONTA in Kontakt, deren Veranstaltungen in Deutschland und der Schweiz ich einige Male besucht habe. 2014 habe ich als Vertreterin der Schüler*innen gemeinsam mit ASten, Eltern und Lehrergewerkschaften maßgeblich den #bildungsstreik14 mit etwa 2500 Teilnehmenden in Wiesbaden organisiert. Seit knapp einem Jahr bin ich an der Uni Passau in der Hochschulgruppe feminist action aktiv, habe zwei Projekte zu Transgenderpersonen und Feminismus und Religion mitorganisiert und möchte dort in den kommenden Semestern weiter aktiv sein. Vom fzs habe ich über eine Kommilitonin erfahren und im Juli 2017 am Wochenendseminar „Feminismus organisieren“ des Ausschusses teilgenommen. Außerdem arbeite ich als Übersetzerin an der Uni und unterrichte Deutsch für Geflüchtete.

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