58-10-SR5 Fabian Warislohner

Geschlecht: männlich

Geburtsdatum: xx.xx.1991

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Ein Blick auf die „Studienreformen“ der vergangenen Jahre: ECTS-Zeit-Punkte, Modularisierung mit „Qualifikationszielen“, Akkreditierungszirkus zur Qualitätssicherung – der Traum von OECD und Bertelsmann-Stiftung, dem sich europäische Bildungsminister*innen allzu gerne unterwerfen: Leblose jedoch mächtige Strukturvorgaben zur Wirtschaftsförderung und „Effizienzsteigerung“ durch inszenierten Wettbewerb statt akademischer Autonomie, alles für naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt statt Räume für die kritische Reflexion des Bestehenden und dessen Gewordenheit.

Denn die europäischen „Studienreformen“, implementiert von Exekutive (KMK) und Hochschulleitungen (HRK), prägen den Alltag Millionen Studierender. Während diese brav ihre Credit Points zählen sollen, drängen Kennzahlen „erfolgreicher“ Forschung und berufsbildender Lehre die Selbst-Bildung und Mitsprache von Studierenden und die Unabhängigkeit der Hochschullehrer*innen systematisch zurück. Was „wissenschaftlich“ ist, was im Sinne der „Berufsfreiheit“ die „Freiheit“ von Forschung und Lehre inhaltlich und in der Organisation der Studienpläne einschränken darf – statt demokratischer Gremien vor Ort sollen das ein intransparenter Wissenschaftsrat, Gremien privater Akkreditierungsagenturen und der Akkreditierungsrat bestimmen; vielfach zu Lasten eines selbstbestimmten, kritischen Studiums, gemeinschafts- statt konkurrenzorientiert, ohne zentrales, intransparentes Akkreditierungsorgan.

Daher möchte ich mich im fzs für demokratische, lebens- und entwicklungsstärkende Re-Formen von Bildungsräumen an europäischen Hochschulen einsetzen – im Denken und Handeln. Als Studierender der Cusanus Hochschule, eine akademische Selbstgründung von Pisa- und Bologna-Kritiker*innen, sehe ich die konsequent gelebte Kritik an ökonomisierter und privatisierter Bildung und erlebe, wie sich auch institutionell ein ‚anderes‘ Studium im Bologna-Rahmen gestalten lässt.

Biographie

Derzeit studiere ich im M.A. Philosophie an der staatlich anerkannten Cusanus Hochschule, bin dort Delegierter des Referats für Hochschulpolitik im AStA und Teil der LandesAstenKonferenz Rheinland-Pfalz, in dem wir kürzlich eine kritische Position zum Studienakkreditierungsstaatsvertrag erarbeitet haben. Zuvor habe ich Philosophie und Ökonomie in Bayreuth studiert, war dort Jahrgangssprecher, im Arbeitskreis für Plurale Ökonomik, an der Neukonstituierung des bundesweiten Netzwerks Plurale Ökonomik e.V. beteiligt und habe bei LobbyControl am Thema „Lobbyismus in der Bildung“ gearbeitet, etwa über das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann-Stiftung. Zwischen B.A. und M.A. war ich bei netzpolitik.org in Berlin und European Digital Rights (EDRi) in Brüssel beschäftigt – was mich sowohl in politischer Arbeit wie selbständiger Recherche gestärkt hat. In der übrigen Zeit administriere ich eine Handvoll Webserver und implementiere ein freies Campus-Management-System.

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