58-10-1-VK3 Eva Gruse

Geschlecht: weiblich

Geburtsdatum: 11.08.1995

Vorstandskandidatur

Liebe Mitglieder, liebe Verbandsaktive,

Die nächsten Monate und Jahre werden für die Student*innenschaften turbulent werden. Neben den Anstrengungen verschiedener Landesregierungen die ohnehin schon geringen Mitspracherechte der Student*innenschaften noch zu beschneiden, wird versucht, der chronischen Unterfinanzierung der Hochschulen durch die Einführung verschiedener, diskriminierender Studiengebühren entgegenzuwirken. So muss sowohl in Baden-Württemberg, als auch in NRW intensiv mit den lokalen Student*innenschaften und Gruppen gegen Studiengebühren zusammengearbeitet, und die sich schon gebildeten Protestbewegungen müssen unbedingt unterstützt werden. Der Verband kann hier meiner Ansicht nach hervorragende Vernetzungs- und Unterstützungsarbeit leisten – auch durch die anhaltende Förderung der Kampagne „Lernfabriken … meutern!“ oder des „Aktionsbündnis gegen Studiengebühren“. Neben der Basisarbeit halte ich auch gerade bei diesem Thema eine enge Zusammenarbeit mit den Ausschüssen Hochschulfinanzierung und -struktur, Sozialpolitik und Internationales für essentiell.

In diesem Zusammenhang sehe ich definitiv auch die Gelegenheit und Notwendigkeit sich mit der Situation ausländischer Student*innen und Geflüchteten an Hochschulen auseinanderzusetzen. Denn neben den zahlreichen strukturellen und finanziellen Hürden, die den Beginn eines Studiums, aber auch das vollenden, erschweren, sind ausländische Student*innen und Geflüchtete immer noch vielen diskriminierenden, insbesondere rassistischen, Anfeindungen ausgesetzt. Dem entgegenzuwirken und Student*innenschaften in ihrer politischen Bildungsarbeit gegen Rassismus auf der einen Seite, und für offenere Strukturen an den Hochschulen auf der anderen Seite, aktiv zur Seite zu stehen, sehe ich als einen Teil der Aufgaben, denen der sich der Verband widmen sollte.

Zusätzlich steht in verschiedenen Ländern die Novelle des jeweiligen Landeshochschulgesetz an, die der fzs auf jeden Fall kritisch begleiten sollte. Die lokalen Studierendenschaften sollen in ihren Aktionen und Positionen unterstützt und gestärkt werden – auch um zu verhindern, dass, wie aktuell in Baden-Württemberg, beispielsweise politische Mandate entzogen werden. Stattdessen sollten die Hochschulen demokratischer gestaltet, und den Student*innen mehr Mitspracherechte zugestanden werden. So sollte der Verband sich unter anderem für die Einführung einer mit einem starken politischen Mandat ausgestatteten Verfassten Studierendenschaft mit einer Solidarmitgliedschaft aller Student*innen in allen 16 Bundesländern einsetzen.

Aber auch die Gleichstellung aller Geschlechter an den Hochschulen ist weiterhin eine riesige Baustelle, an der der Verband mitarbeiten sollte und muss, da durch Kampagnen wie *gesellschaft macht geschlecht* oder der Ausschussarbeit im Ausschuss frauen* und genderpolitik viel Wissen und viele Ideen versammelt sind, die zum Beispiel durch die Begleitung parlamentarischer Prozesse auf Bundes- wie auf Landesebene sinnvoll eingesetzt werden können.
Selbstverständlich müssen bestehende Herrschafts- und Machtverhältnisse auch innerhalb des Verbands und seiner Mitglieder immer wieder reflektiert und aufgebrochen werden. Dazu sind beispielsweise Seminare und die Arbeit direkt mit den Student*innenschaften geeignet. Sei es, dass sich mit dem für und wider von Redelisten und / oder Quotierungen auseinandergesetzt wird, oder die Situation von FLTI* an der Hochschule thematisiert und zu verbessern gesucht wird.

Um diesen Ideen gerecht zu werden, halte ich zum einen die Basisarbeit, zum anderen einen regen Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit den Ausschüssen für unverzichtbar, da ich das Amt des Vorstands als ein vor allen Dingen ausführendes verstehe, das die im Verband erarbeiteten Positionen nach außen vertritt. Von meinen jetzigen Ämtern werde ich zu Beginn der Vorstandlegislatur selbstverständlich zurücktreten, sollte ich gewählt werden.
Mit den anderen Kandidat*innen habe ich mich ausgetauscht und freue mich darauf, in einem solidarischen Vierervorstand aktiv mitzuwirken.
Falls ihr Fragen oder andere Anliegen habt, schreibt sehr gerne eine E-Mail an eva_gruse@web.de.

Biographie

  • WS 2013/14: Beginn meines Studium Politikwissenschaft / Ostasienwissenschaften (Sinologie) an der Uni Heidelberg
  • WS 2014/15 bis SoSe 2017: gewählte Fachschaftsrätin und Fachrätin der Fachschaft Sinologie, entsendetes Mitglied der Fachschaft Sinologie für den Studierendenrat
  • SoSe 2016: aktive Mitwirkung an der Konstituierung des Autonomen Frauen* und Non-Binary Referats
  • WS 2016/17 bis WS 2017/18: Außenreferentin für den Studierendenrat, Stellvertreterin für die Studierenden im Senatsausschuss für Lehre, Kooptiertes Mitglied des fzs-Ausschuss Hochschulfinanzierung und -struktur, aktives Mitglied im AK Freie Bildung und der Initiative gegen Studiengebühren Heidelberg
  • SoSe 2017: Studiengangwechsel zu Rechtswissenschaften

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