57-7-I7 Unterstützung des GEW-Appells „Gute Bildung für alle! – Appellfürmehr Geld in der Bildung!“

AntragstellerInnen:

Vorstand

Der freie zusammenschluss von student*innenschaften unterstützt den Appell der GEW „Gute Bildung für alle! – Appell für mehr Geld in der Bildung!“.

Begründung:

Hier der Volltext des Appells:

Gute Bildung heißt Bildung für alle

Deutschland braucht mehr und bessere Bildung für alle Menschen. Weder das Alter, die Herkunft, das Geschlecht, eine Behinderung oder der soziale Status dürfen zu schlechteren Bildungschancen führen. Nur dann kann das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland wirksam erfüllt werden. Gute Bildung ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar: für die Persönlichkeitsentwicklung, für ein Leben und Arbeiten in Würde, für eine Erziehung zur Toleranz und zur Übernahme von Verantwortung und damit für eine aktive demokratische Beteiligung an der gesellschaftlichen Entwicklung. Bildung muss auf Lernen für nachhaltiges Denken und Handeln, auf wechselseitige Anerkennung und Respekt ausgerichtet sein. Die Rahmenbedingungen für die beteiligten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen müssen fair, gerecht und durchlässig gestaltet sein. Der Bildungserfolg ist in Deutschland wie in kaum einem anderen Staat vom Einkommen und Bildungsstand der Eltern abhängig. Das muss sich ändern! Bildung muss weitergedacht und weiterentwickelt werden. Es bedarf einer Offensive für den qualitativen und quantitativen Ausbau des gesamten Bildungswesens.

Gute Bildung verlangt Raum und Zeit

Was wir in Deutschland brauchen, ist mehr Zeit und mehr Raum für Bildung und Lernen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen ein Umfeld, das ihnen Lernen erleichtert, sie anspricht und motiviert. Räume müssen gemeinsames und individuelles Lernen unterstützen und so ausgestattet sein, dass zeitgemäße pädagogische Konzepte umgesetzt werden können. Die Realität unserer Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen sieht häufig anders aus. Allein bei den Schulgebäuden besteht ein Sanierungsstau in einer zweistelligen Milliardensumme.

Gute Bildung braucht Personal

Die Beschäftigten in Bildung und Wissenschaft eröffnen Kindern, Jugendlichen sowie jungen und älteren Erwachsenen den Zugang zur Welt. Aber: Gruppen und Klassen sind vielfach zu groß. Fachkräfte im Bildungsbereich benötigen Zeit, um sich individuellem und gemeinsamem Lernen widmen und sich beraten und austauschen zu können.

Der zunehmende Personalmangel im Bildungsbereich ist besorgniserregend. Das ist auch eine Folge der bisherigen Kürzungen in Bund, Ländern und Kommunen, der fehlenden Attraktivität pädagogischer Berufe und der mangelnden Ausbildungskapazitäten im Bildungsbereich. Auch dies beeinträchtigt die Bildung der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen. An den Hochschulen und in der Weiterbildung, zunehmend auch an Kitas und Schulen, arbeiten viele Menschen mit befristeten Verträgen. Besonders in der Weiterbildung arbeiten viele als Honorarkräfte ohne soziale Absicherung. Für alle Beschäftigten in Bildung und Wissenschaft sind Dauerstellen für Daueraufgaben zu schaffen. Außerdem benötigen zusätzliche Aufgaben zusätzliches Personal. Gute Arbeitsbedingungen sind die Voraussetzung für erfolgreiche Bildung.

Gute Bildung braucht Geld

Wir brauchen mehr Geld für Bildung. Nur so wird es möglich sein, das Recht auf gute Bildung für alle zu verwirklichen. Dies bedeutet vor allem:

  • Verstärkung der Qualität der Kindertagesstätten, um erfolgreiche Bildung von Anfang an zu ermöglichen;
  • umfassende Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen;
  • Umsetzung des Rechtes auf eine inklusive Schule mit einer aufgabenadäquaten räumlichen und personellen Ausstattung;
  • optimale berufliche Qualifizierung;
  • Ausbau der Grundfinanzierung der Hochschulen, Verbesserung der Betreuungsrelationen zwischen Lehrenden und Studierenden sowie eine Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG);
  • bestmögliche Bildung der Erwachsenen einschließlich der Grundbildung der sogenannten funktionalen Analphabeten;
  • erfolgreiche Integration von geflüchteten und asylsuchenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen;
  • ein ausreichend öffentlich finanziertes Weiterbildungsangebot;
  • Erleichterung des Zugangs zur Weiterbildung; ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot (Multiprofessionalität, Ausbau der Schulsozialarbeit, Räume, personelle Ausstattung);
  • Investitionen für Gebäudesanierung, -neubau und -ausstattung;
  • Ausstattung für das Lernen in der digitalisierten Welt; Bewältigung des zentralen Problems im Bildungswesen, des Mangels an qualifiziertem Personal;
  • Zeit für Fortbildung und Beratung.
Geld ist genug da.

Wir appellieren deshalb vor der Bundestagswahl an die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Bundestag:

  • Lassen Sie die Länder und Kommunen bei der Verwirklichung des Rechts auf gute Bildung für alle nicht allein.
  • Stellen Sie deutlich mehr Geld zur Verfügung, damit Bund, Länder und Gemeinden diese essentielle Aufgabe für die Gesellschaft dauerhaft gut erfüllen können.
Denn: Alles beginnt mit guter Bildung!

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