57-7-I4 Solidaritätsbekundung für DITIB-kritische Veranstaltung

AntragstellerInnen:

AStA der Uni Kassel, Mark Bienkowski

In den vergangenen Monaten waren in verschiedenen deutschen Städten Veranstaltungen des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK) unter dem Titel „DITIB – Die Marionetten Erdogans“ geplant. Daraufhin wurde von Seiten des türkisch-islamischen Verbandes DITIB versucht eine Drohkulisse gegen die Veranstalter*innen aufzubauen. Nachdem kürzlich in Duisburg–Essen im Vorfeld der Veranstaltung eine Bombendrohung gegenüber dem AStA aufkam und die Veranstaltung verlegt werden musste, sowie bekannt wurde, dass sich in Frankfurt und Bremen ähnliche Situationen zugretragen haben, sehen wir es als eine Notwendigkeit an, durch eine gemeinsame Pressemitteilung unsere Position für einen offenen Meinungsaustausch zu demonstrieren. Wir wollen uns selbst deutlich positionieren und möglichst viele AStA informieren sowie gleichzeitig ermuntern die Veranstaltung selbst durchzuführen oder zu unterstützen.

Begründung:

Im vergangen Jahr wurde vom Verband der Studierenden aus Kurdistan e. V. (YXK) sowie von den Studierenden Frauen aus Kurdistan (JXK), bundesweit eine DITIB- kritische Veranstaltung: „DITIB – Die Marionetten Erdogans?“ organisiert.

Die Veranstaltung befasste sich mit dem Dachverband der türkisch- islamischen Moscheengemeinden in Deutschland. Die Referent*innen waren der Politologe und Gewerkschaften, Tim vom Jugendverband der Linkspartei, solid. und der alevitische welche die Rolle DITIBs in Deutschland und die Verbindungen zur aktuellen türkischen AKP Regierung beleuchteten.

Kurz vor Durchführung der Veranstaltung kam es zu deutlichen Aufforderungen seitens der DITIB, der UETD (die UETD gilt als Lobby-Organisation der türkischen Regierungspartei AKP) und eines Kasseler Imams gegenüber dem AStA die Veranstaltung abzusagen, mit dem Vorwurf es handele sich um eine Veranstaltung von Terrorist*innen um Personen für dessen Ziele zu rekrutieren.

Derartige Forderungen und Unterstellungen wurden auch an die Universität heran getragen, welche uns schließlich mitteilte den Veranstalter*innen die Räume zu entziehen und somit die Veranstaltung zu unterbinden. Gleichzeitig brach in sozialen Netzwerken ein regelrechter Shitstorm los, neben wütenden E-Mails klingelten wenig später in sämtlichen Büros im Minutentakt die Telefone, die Anrufenden hatten außer Beschimpfungen und infamen Unterstellungen wenig Argumente vorzubringen, auch wussten sie oftmals nicht um was für eine Art Veranstaltung es sich handelt.

1 Stern Bewertungen auf der Facebookseite des AStA mit unsachlichen hetzerischen Kommentaren wurden ebenfalls in hoher Anzahl vorgenommen um Druck aufzubauen, unabhängig davon dass der AStA gar nicht der Veranstalter war.

Durch die veröffentlichte Pressemitteilung des AStA zu den Ereignissen und den erfolgten Druck zu Lasten eines offenen Diskurses konnte die Universität schließlich einen Tag vor Veranstaltungsbeginn umgestimmt werden. Die Veranstaltung fand unter polizeilichen Schutz und der Überwachung eines Sicherheitsdienstes statt, sie füllte problemlos einen größeren Seminarraum. Hitzige Debatten, aber ein insgesamt friedlicher Verlauf der Veranstaltung zeigten, wie wichtig diese Podiumsdiskussion für die Studierenden war. Eine Bombendrohung gegenüber des örtlichen alevitischen Zentrums begleitete diese Ereignisse und festigte ein Bedrohungsszenario gegen das Aufgreifen dieses Themas. Die Brisanz des Themas wird somit deutlich, haben bereits einige Bundesländer die Arbeit mit dem DITIB-Verband auf Eis gelegt oder prüfen derzeit diese.

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