57-8-St3 Einrichtung eines Arbeitskreises Politische Bildung

AntragstellerInnen:

55. Ausschuss der Student*innenschaften

Die Mitgliederversammlung richtet einen Arbeitskreis Politische Bildung ein. Dieser soll mehreren Zwecken zugleich dienen. Erstens sollen durch ihn Veranstaltungsreisen koordiniert werden, wodurch für die einzelnen Mitglieder der Organisationsaufwand reduziert wird, falls sie diese Veranstaltung an ihrer Universität durchführen möchten. Dadurch werden einige Veranstaltungen überhaupt erst sinnvoll durchführbar, in dem etwa Reisekosten für internationale Flüge aufgeteilt werden können. Zweitens soll der Arbeitskreis auch dem Austausch über das Thema dienen. Hier könnte sowohl über Theorie als auch Praxis politischer Bildung gesprochen werden. Drittens soll auch der fzs in seiner Arbeit unterstützt werden, indem der Arbeitskreis bei Bedarf zu Themen, die nicht bereits von anderen Ausschüssen bearbeitet werden, Veranstaltungen organisiert.

Begründung:

Die politische Bildungsarbeit ist aus mehreren Gründen ein wichtiger Teil der studentischen Hochschulpolitik. Formal ist sie in mehreren Landeshochschulgesetzen verankert. Notwendig wird sie nicht zuletzt durch die völlige Vernachlässigung ihrer in dem akademischen Pflichtprogramm. Zwar werden fast überall einige Veranstaltungen durch politische Hochschulgruppen organisiert, doch diese dienen oft eher dem Wahlkampf als der politischen Bildung. Auch muss an dieser Stelle bedacht werden, dass Partei-Jugenden und parteipolitische Hochschulgruppen sowohl besseren Zugang zu finanziellen Mitteln, als auch zu prominenten Vortragenden haben.

Diesem strukturellen Mangel kann zwar durch engagierte Personen lokal entgegengewirkt werden, doch ist dies weder eine dauerhafte noch eine sinnvolle Lösung. Nur durch eine Struktur, welche gemeinschaftliche politische Bildungsarbeit ermöglicht und organisiert, kann das Problem, zumindest in dieser Epoche, gelöst werden.

Denn die neoliberale Selbstverwertungsgesellschaft muss, um Mehrwert zu produzieren, Humankapital bilden. Dieses Paradigma ist sowohl ihre Bedingung als auch ihr Schicksal, da es schließlich zur Überproduktion der akademischen Bildung führt. Dadurch verliert sie jedoch ihren akademischen, sprich: exklusiven, Charakter und wird zum Gemeingut. Dies beseitigt in dem spezifischen auch den allgemeinen Klassenunterschied. Der spezifische, welcher in dem akademischen Wissen liegt, ist die höchste Form des allgemeinen, der stets in der zweiten Natur der Herrschenden lag.

Diese Aufhebung wird jedoch von zwei Seiten bekämpft: Zum einen von jenen Herrschenden, welche diese Position vor ihr Kapitalinteresse stellen und daher die Produktion akademischen Wissens beschränken möchten; zum anderen von den Beherrschten, welche die Sicherheiten ihrer momentanen Form nicht aufzugeben bereit sind und daher ein Ressentiment gegen die Produktionsmittel entwickeln. Diese Gruppen haben sich teilweise schon als politische Partei formiert und gefährden nun den Fortschritt, der noch unter konservativer Regierung entstehen konnte.

In beiden Klassen sollten daher die Bedingungen zur Aufnahme akademischen Wissens hergestellt werden, wobei gleichzeitig der revolutionäre Charakter dieser Handlung für die Beherrschten hervorgehoben wird, sodass das notwendige Ende dieser Epoche eintritt, bevor sie sich ideologisch festsetzen kann.

Hierin liegt die historische Aufgabe der progressiven Studierendenschaft: Die Entwicklung der Produktivkräfte kritisch zu begleiten und voranzutreiben, bis sie die Klassengesellschaft als letzte Fessel sprengen muss.

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