57-7-I3 Anonymisierung von Klausuren

AntragstellerInnen:

AStA der Uni Kassel

Die Güte einer Note und der damit verbunden Klausur lässt sich durch Validität, Reliabilität und Objektivität bestimmen. Die Gütekriterien der Validität und der Reliabilität lassen sich nur schwierig durch umsetzbare allgemeine Beschlüsse verändern, die Objektivität hingegen schon. Daher wird beantragt, dass die dem FZS angehörigen Studierendenvertretungen sich zum einen an Ihren Universitäten für die fachbereichsübergreifende Möglichkeit einsetzen, Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können und zum anderen dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten modellweise wissenschaftlich begleiten und auswerten zu lassen.

Begründung:

Der Einfluss von Namen auf die Benotung von Leistungsnachweisen ist vor allem in der Schule erforscht, doch aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wohl auch auf andere Rahmen übertragbar und gegebenenfalls durch das fehlende pädagogische Wissen um diese Effekte von Hilfskräften und Dozierenden an Universitäten noch weiter ausgeprägt. So fand die Universität Oldenburg 2009 heraus, dass  bestimmte Namen mit bestimmten Eigenschaften assoziiert werden und Einfluss auf die Notengebung haben können. Des Weiteren ist die Vergabe von Noten unter anderem auch sozialen und individuellen Bezugsnormen unterworfen. So kann zum Beispiel die Bekanntschaft mit der bewertenden Person oder die Einordnung in einen anderen Kontext Einfluss auf die Notenvergabe haben.

Diesen Einflüssen auf die Notenvergabe kann durch die Anonymität der Studierenden entgegen gewirkt werden und eine größere Fairness gewährleistet werden.

Durch das an vielen Universitäten genutzte Verfahren Klausuren mit Matrikelnummern zu versehen und in Prüfungssysteme einzutragen, ist auch nur von einem geringen verwaltungstechnischem Mehraufwand bei der Umstellung zu rechnen.

Gegenüber den einzelnen Universitäten wäre eine solche Umstellung außerdem einfacher zu rechtfertigen, wenn deutschlandweit ähnliche Umstellungen stattfinden oder sich einzelne Universitäten dazu bereit erklären würden, die Anonymisierung modellweise durchzuführen.

    Änderungsanträge

    Zeile AntragstellerInnen Text Begründung Verfahren
    1-4a StuRa Uni Freiburg

    Streiche Zeilen 1-4. Was die Güte einer Note mit den Gütekriterien aus einem rationalistischen Forschungsparadigma zu tun haben, ist uns nicht klar. Der Antrag funktioniert auch ohne diese Gütekriterien.

    1-4b Ausschuss Studienreform

    Ersetze:
    “Die Güte einer Note und der damit verbunden Klausur lässt sich durch Validität, Reliabilität und Objektivität bestimmen. Die Gütekriterien der Validität und der Reliabilität lassen sich nur schwierig durch umsetzbare allgemeine Beschlüsse verändern, die Objektivität hingegen schon.“

    Durch:
    “Vor dem Hintergrund des “Positionspapier zur Notengebung“ vom 16.08.2007 lehnt der fzs Noten grundsätzlich ab. Noten haben keine konstruktive Rückmeldefunktion, sie sind ungeeignete Messinstrumente und dienen der sozialen Auslese.
    Ein mittelfristiger Schritt zur Verbesserung der Situation für die Lernenden wäre es, die Objektivität der Notenvergabe zu erhöhen. Die Anonymisierung von Klausuren scheint hier ein sinnvoller erster Schritt.“

    Eine verständliche Einleitung macht Sinn, die Zeilen 1-3 erfüllen dies nicht ausreichend. Außerdem wird sich dabei nicht stark genug selbst verortet, dies wollen wir mit diesem Änderungsantrag beheben.
    4-7b Ausschuss Studienreform

    ersetze “Daher wird beantragt, dass die dem FZS angehörigen Studierendenvertretungen sich zum einen an Ihren Universitäten für die fachbereichsübergreifende Möglichkeit einsetzen , Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können und zum anderen dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten modellweise wissenschaftlich begleiten und auswerten zu lassen.“

    durch:

    “Der fzs setzt sich für dafür ein, Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können. Des weiteren fordert der fzs die Auswirkungen von anonymisierten Klausuren wissenschaftlich zu begleiten und auswerten zu lassen.“

    Wir sehen es auch als schwierig an, diesen Antrag für Mitglieds-Studierendenschaften zu beschließen. Der fzs kann sich jedoch dazu positionieren und die Studierendenschaften dabei unterstützen, diese Forderung an ihren Hochschulen umzusetzen. Des weiteren sehen wir es als nicht möglich, dass der fzs die wissenschaftliche Auswertung begleitet. Er kann jedoch fordern, dass dies getan wird.  
    4-7a StuRa Uni Freiburg

    ersetze “Daher wird beantragt, dass die dem FZS angehörigen Studierendenvertretungen sich zum einen an Ihren Universitäten für die fachbereichsübergreifende Möglichkeit einsetzen , Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können und zum anderen dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten modellweise wissenschaftlich begleiten und auswerten zu lassen.“

    durch:

    “Der fzs setzt sich für dafür ein, Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können und zum anderen dies im Rahmen ihrer Möglichkeiten modellweise wissenschaftlich begleiten und auswerten zu lassen. Dazu bietet er die nötige Infrastruktur.“

    Wir finden es schwierig, etwas für die Mitgliedsstrukturen des Verbands zu beschließen, das müssen die Strukturen schon selbst für sich machen, der fzs kann sich dazu positionieren und die Strukturen, die sich dafür einsetzen wollen, dabei unterstützen.
    5 Daniel Janke

    ersetze “Universitäten“ durch “Hochschulen“

    Nicht nur Studierendenvertretungen von Universitäten sind Mitglied des fzs.
    Titel AStA Uni Bonn

    Ersetze im Titel des Antrag 57-7-I3 das Wort “Anonymisierung“ durch “Pseudonymisierung“

    Klausuren ohne Klarnamen schreiben zu können bedeutet eine "Pseudonymisierung". Eine "Anonymisierung" würde bedeuten, dass diese Klausuren später keiner Person mehr eindeutig zugeordnet werden könnten. Das ist mit diesem Antrag inhaltlich jedoch nicht intendiert. Deswegen schlagen wir diese sprachliche Präzisierung vor.

    Änderungsantrag zu 57-7-I3 erstellen

    Zeile




    AntragstellerInnen



    (wird nicht veröffentlicht)

    (wird nicht veröffentlicht)

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